starbucks
about slut
vom Leben gelernt
links
"Jeder sieht, wie du scheinst.
Nur wenige fühlen, wie du bist."
(Machiavelli)
Ein Nachruf

Du starbst schneller, als es mindestens nötig gewesen wäre zu verstehen, dass du sterben wirst. Viel zu schnell.

Du warst die taffe und starke, immer die sportliche und fitte. Die Oma, die mir als achtjährige beim  Fußball gegen das Schienbein trat, weil sie gewinnen wollte. Für die eine Fahrradtour unter 150 km in 3 Tagen keine Fahrradtour war. Aber auch die Oma, die mich ernst nahm. Die mir zuhörte, es ehrlich meinte. Schabernack konnte man mit dir wahrhaftig auch machen. Und heimlich rauchen. Wober sich das heimlich eher auf dich bezog.

Trotz des Temperamentes  hast du dein Leben mit fast störrischer Ruhe und Muße gelebt. In deinem Tempo bist du gelaufen. Und Auto gefahren. Warum, das hab ich erst spät verstanden. Davor hab ich es verflucht. Du hattest Zeit für die Dinge, die du machtest. Wenn nicht, nahmst du sie dir.

Nur nicht beim Sterben, da hast keine Zeit mehr gehabt. Du wolltest nicht sterben, vielleicht wolltest du dir dafür auch keine Zeit nehmen. Ich sagte dir, als ich dich das letzte Mal besuchte, dass du beruhigt gehen kannst, dich nicht quälen brauchst. Ob du mich noch verstanden hast, weiß ich nicht.

Du gingst an einem Donnerstagmorgen, nur einen Tag nach meinem letzten Besuch. Als ich an diesem Morgen aufstand, warst du schon tot, ganz ruhig mit deiner unantastbarer Würde seist du eingeschlafen. Ob du das erste Mal auf jemanden gehört hast, weiß ich nicht. Ich bin nur froh, dass an diesem Morgen die Sonne schien.

Ich habe dich lieb, Oma.

13.1.08 19:59
 


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